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Welche Kleidung muss ich in der Reinigung tragen? Welche Gesetze gelten?

Arbeitskleidung in der Reinigung – Vorschriften & Gesetze | SA-Nord

In der professionellen Reinigung – ob Gebäudereinigung, Krankenhaus, Industrie oder Unterhaltsreinigung – hängt die vorgeschriebene Arbeitskleidung immer von der Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers ab. Entscheidend ist, welchen Risiken Reinigungskräfte ausgesetzt sind: Chemikalien, Nässe, biologische Stoffe oder Rutschgefahr.

Rechtliche Grundlage ist das
Arbeitsschutzgesetz
insbesondere § 5 zur Gefährdungsbeurteilung.
https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg

Sobald Gefährdungen festgestellt werden, muss geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA) bereitgestellt werden.

Typische Schutzkleidung in der Reinigung

Schutzhandschuhe

Schützen vor Reinigungschemikalien, Desinfektionsmitteln und Feuchtigkeit.
Rechtsgrundlage:
Gefahrstoffverordnung
https://www.gesetze-im-internet.de/gefstoffv

Bei Kontakt mit biologischen Stoffen (z. B. Sanitär- oder Klinikreinigung) greift zusätzlich die
Biostoffverordnung
https://www.gesetze-im-internet.de/biostoffv


Schutzbrille oder Gesichtsschutz

Vorgeschrieben bei Spritzgefahr durch chemische Reinigungsmittel oder Desinfektionslösungen.

Welche Schuhe sind in der Reinigung vorgeschrieben?

Rutsch- und Sturzunfälle zählen zu den häufigsten Unfallursachen in der Reinigungsbranche. Nasse oder frisch gewischte Böden stellen ein erhebliches Risiko dar.

Sicherheitsschuhe unterliegen der europäischen Norm
EN ISO 20345

Wichtige Schutzklassen:

S1

  • Zehenschutzkappe

  • Antistatisch

  • Energieaufnahme im Fersenbereich

  • Für trockene Innenbereiche

S1P

  • Wie S1

  • Zusätzlich Durchtrittschutz

S2

  • Wie S1

  • Zusätzlich wasserabweisendes Obermaterial

S3

  • Wie S2

  • Zusätzlich Durchtrittschutz

  • Profilierte Laufsohle

  • Geeignet für Außen- und Industriebereiche

Rutschhemmung: SRC

In der Reinigung besonders wichtig ist die Kennzeichnung SRC.
SRC bedeutet geprüfte Rutschhemmung auf:

  • Keramikfliesen mit Reinigungsmittel

  • Stahlboden mit Glycerin

SRC ist die höchste Rutschhemmungsstufe innerhalb der Norm und wird in der Reinigungsbranche häufig empfohlen.

Quelle:
DIN EN ISO 20345 – DIN Normenportal
https://www.din.de


Welche Schuhe sind wann sinnvoll?

Unterhaltsreinigung (Büro, Schule, Gebäude)

Wer muss die Kleidung bezahlen?

Sobald Schutzkleidung erforderlich ist, muss sie der Arbeitgeber kostenfrei bereitstellen. Das regeln das Arbeitsschutzgesetz sowie die PSA-Benutzungsverordnung.

Normale Arbeitskleidung ohne Schutzfunktion kann je nach Vereinbarung anders geregelt sein.

Was gilt im privaten Bereich?

Auch im Haushalt bestehen ähnliche Risiken:

  • Rutschgefahr beim Wischen

  • Hautreizungen durch Reinigungsmittel

  • Spritzer ins Auge

  • Staub oder Schimmelbelastung

Privat gibt es keine gesetzliche Pflicht, jedoch sind folgende Schutzmaßnahmen sinnvoll:

  • Rutschhemmende Schuhe

  • Chemikalienbeständige Handschuhe

  • Schutzbrille bei aggressiven Reinigern

  • Atemschutz bei Schimmel oder starkem Staub

Viele Verletzungen passieren nicht im Beruf, sondern zuhause – oft aus Unterschätzung des Risikos.


Fazit

Welche Kleidung in der Reinigung getragen werden muss, hängt von der Gefährdungsbeurteilung und den eingesetzten Stoffen ab. Gesetzliche Grundlage sind Arbeitsschutzgesetz, Gefahrstoffverordnung und Biostoffverordnung. Für Schuhe gilt die Norm EN ISO 20345 mit Schutzklassen wie S1, S2 oder S3 sowie der wichtigen Rutschhemmungskennzeichnung SRC.

Sobald eine Gefährdung besteht, ist geeignete persönliche Schutzausrüstung verpflichtend – und vom Arbeitgeber bereitzustellen. Auch im privaten Bereich lohnt sich geeigneter Schutz, um Unfälle und Gesundheitsschäden zu vermeiden.