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Welche Schuhe brauche ich auf dem Bau?

Sicherheitsschuhe für Tiefbau, Straßenbau, Landschaftsbau und Trockenbau – und sinnvolle Nutzung im Alltag

Wer auf einer Baustelle arbeitet, braucht zuverlässigen Fußschutz. Sicherheitsschuhe sind ein zentraler Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung und schützen vor herabfallenden Gegenständen, Nägeln, scharfkantigen Materialien, Nässe oder rutschigen Untergründen. Welche Schuhe notwendig sind, hängt jedoch stark vom jeweiligen Gewerk und den konkreten Arbeitsbedingungen ab.

Die technischen Mindestanforderungen an Sicherheitsschuhe werden europaweit durch die Norm EN ISO 20345 geregelt. Zusätzlich geben in Deutschland unter anderem die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) sowie das Arbeitsschutzgesetz vor, dass Arbeitgeber anhand einer Gefährdungsbeurteilung den passenden Fußschutz festlegen müssen.
Quellen: DIN/Beuth, DGUV Regel 112-191, Arbeitsschutzgesetz §5.


Schutzklassen verständlich erklärt

Alle Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 besitzen eine geprüfte Zehenschutzkappe, die einer Belastung von 200 Joule standhält. Unterschiede ergeben sich durch zusätzliche Schutzfunktionen.

S1P eignet sich vor allem für trockene Arbeitsbereiche im Innenraum.
Der Schuh bietet Zehenschutz, antistatische Eigenschaften, Energieaufnahme im Fersenbereich und einen Durchtrittschutz gegen Nägel oder Schrauben.

S3 enthält alle Eigenschaften von S1P und ergänzt sie um ein wasserabweisendes Obermaterial sowie eine stark profilierte Laufsohle.
Diese Klasse ist daher der typische Standard auf Außenbaustellen.

Zusatzkennzeichnungen wie HRO (hitzebeständige Laufsohle bis etwa 300 °C) oder SR (geprüfte Rutschhemmung) beschreiben weitere geprüfte Sicherheitsmerkmale.
Quelle: DGUV Informationen und DIN-Normunterlagen. wissenschaftliche Quelle (externer Link)

Tiefbau – robuste S3 Sicherheitsschuhe

Im Tiefbau wird häufig in feuchtem, schlammigem und unebenem Gelände gearbeitet. Nägel, Metallreste, Steine und schwere Maschinen stellen typische Gefahren dar.

Empfehlung:

  • Schutzklasse S3

  • Durchtrittsichere Zwischensohle

  • Wasserabweisendes oder wasserdichtes Material

  • Stark profilierte Laufsohle

  • Gute Knöchelstabilität

Die DGUV empfiehlt bei Arbeiten mit Durchtrittgefahr und Nässe klar Schuhe der Klasse S3.

Quelle:
DGUV Regel 112-191

Straßenbau – Hitze und Rutschgefahr berücksichtigen

Im Straßenbau entstehen zusätzliche Risiken durch heißen Asphalt, Bitumen und lose Gesteinsmaterialien. Hohe Temperaturen können die Laufsohle stark beanspruchen.

Empfehlung:

  • Schutzklasse S3

  • HRO-zertifizierte Laufsohle

  • Sehr gute Rutschhemmung (SR)

  • Robustes Obermaterial

Hitzebeständige Sohlen verhindern Materialverformungen bei Kontakt mit heißen Oberflächen.

Landschaftsbau – Flexibilität mit Schutz kombinieren

Im Garten- und Landschaftsbau wechseln Untergründe häufig zwischen Erde, Pflaster, Kies und Rasen. Gleichzeitig besteht Durchtrittgefahr durch Nägel, Wurzeln oder Metallteile.

Empfehlung:

  • S3 oder S1P (je nach Gefährdungsbeurteilung)

  • Gute Dämpfung bei langen Laufwegen

  • Rutschhemmende Sohle

  • Durchtrittschutz

Entscheidend ist hier die individuelle Gefährdungsbeurteilung des Betriebs.

Quelle:
Arbeitsschutzgesetz §5 Gefährdungsbeurteilung

Trockenbau – leichter Schutz für Innenbereiche

Im Trockenbau wird überwiegend im Innenraum gearbeitet. Gefahren entstehen durch herabfallende Werkzeuge, Schrauben oder scharfkantige Bauteile.

Empfehlung:

  • S1P oder S3

  • Zehenschutzkappe

  • Durchtrittschutz

  • Geringes Gewicht für hohen Tragekomfort

Da meist keine dauerhafte Nässe vorliegt, reicht häufig S1P aus – sofern keine besonderen Außenbedingungen bestehen.

Quelle:
DGUV Information 208-016 Fußschutz wissenschaftliche Quelle(externer Link)

Fazit

Welche Sicherheitsschuhe auf dem Bau erforderlich sind, hängt vom Gewerk und den konkreten Arbeitsbedingungen ab:

Tiefbau: S3 mit starkem Profil und Wasserschutz
Straßenbau: S3 mit hitzebeständiger Laufsohle
Landschaftsbau: S3 oder S1P je nach Risiko
Trockenbau: S1P oder leichte S3 Modelle

Grundsätzlich ist auf vielen Baustellen mindestens die Schutzklasse S3 Standard. Maßgeblich bleibt jedoch immer die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers. Neben der Schutzklasse spielen Passform, Tragekomfort und normgerechte Zertifizierung eine entscheidende Rolle für Sicherheit und Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag.